Die beste Alters­vor­sorge Ihres Lebens – 6 Tipps für mehr Rente und Ver­mö­gen im Alter

Ein­lei­tung

Ich kann mir gut vor­stel­len, dass es für die meis­ten von Ihnen nichts Neues ist, wenn ich sage: Pri­vate Vor­sorge ist wich­tig. Sogar sehr wich­tig, fast schon essen­ti­ell. Das Thema kommt ja auch sowohl in den Medien, als auch im Gespräch mit Freun­den, Kol­le­gen und Nach­barn immer wie­der zur Spra­che. Und auch ich erhalte in mei­ner Rolle als Finanz­pla­ner tag­täg­lich Anfra­gen hierzu.

Aber warum ist das so?

Nun, für die meis­ten von uns basiert die gesetz­li­che Alters­ver­sor­gung auf dem soge­nann­ten Genera­tio­nen­ver­trag. Die­ser besagt, dass die Bei­träge heu­ti­ger Arbeit­neh­mer unmit­tel­bar für die Ren­ten­zah­lun­gen heu­ti­ger Rent­ner ver­wen­det wer­den. Doch die­ses Sys­tem brö­ckelt. Es wird mit staat­li­chen Zuschüs­sen am Leben gehal­ten, aber wir wis­sen nicht wie zukunfts­träch­tig es noch ist.

Grund dafür: Stan­den im Jahr 1955 noch 6 Bei­trags­zah­ler einem Rent­ner gegen­über, so waren es 2010 nur noch 3.

Hinzu kommt, dass die Lebens­er­war­tung steigt. Eigent­lich erfreu­lich, aber wer soll das bezah­len…?

Gegenüberstellung Beitragszahler Rentner

Die finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen sind erschre­ckend:

Altersvorsorge Entwicklung Rentenniveau

Pro­blem erkannt – und nun?

Ich möchte Ihnen in die­sem Bei­trag 6 wert­volle Tipps geben, wie Sie Ihre beste Alters­vor­sorge fin­den. Sie wer­den Hin­weise fin­den, die Ihnen bereits bekannt vor­kom­men. Sie wer­den aber auch viele neue Alters­vor­sorge Mög­lich­kei­ten ken­nen­ler­nen. Wich­tig ist, dass Sie den roten Faden dahin­ter ver­in­ner­li­chen. Denn letz­ten Endes geht es genau darum bei der pri­va­ten Ren­ten­vor­sorge.

Übri­gens: Die Rei­hen­folge der Tipps sowie der Inhalt spie­geln ziem­lich exakt mei­nen Bera­tungs­ab­lauf wider, wenn es um das Thema pri­vate Ren­ten­vor­sorge geht.

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Tipp 1: Nur wer einen Plan für seine Alters­ver­sor­gung hat kommt an sein Ziel

Geht es um die pri­vate Alters­ver­sor­gung, ist es wie mit vie­len ande­ren The­men im Leben auch: Sie brau­chen eine Struk­tur und Sie müs­sen für sich fest­le­gen was Ihr Ziel ist. Mit Zie­len ist das ja immer so eine Sache: Wenn Sie sagen „ich will spä­ter aus­ge­sorgt haben“ oder „ich will gut über die Run­den kom­men“, dann sind das keine Ziele son­dern ledig­lich Wün­sche. Oder ein­fa­cher aus­ge­drückt: For­mu­lie­ren Sie Ihren Wunsch so kon­kret wie mög­lich, damit er ein Ziel wird. Ein Ziel ist mess­bar. Und das muss Ihre Alters­vor­sorge auch sein.

Die beste Alters­vor­sorge beginnt mit der Beant­wor­tung von 3 Fra­gen

WWW kann man sich ganz gut mer­ken – und mit dem Buch­sta­ben W begin­nen die drei wich­tigs­ten Fra­gen, die Sie sich zual­ler­erst beant­wor­ten müs­sen:

Wann möchte ich in Rente gehen?

Diese Frage soll­ten Sie rea­lis­tisch beant­wor­ten. Für die meis­ten von uns beginnt der Ruhe­stand mit 67. Wenn Sie bei­spiels­weise bereits mit Anfang 20 das Ziel haben, nicht mehr arbei­ten zu gehen, dann ist das zwar mög­lich, aber der Preis (oder der finan­zi­elle Auf­wand) wird hoch sein.

Wieviel Rente möchte ich dann haben?

Über­le­gen Sie sich hier bitte mög­lichst genau, was pro Monat übrig­blei­ben sollte – und zwar nach Abzug von Kran­ken­kas­sen­bei­trä­gen und even­tu­ell noch Steu­ern. Las­sen Sie die Infla­tion zunächst außen vor. Rech­nen Sie erst­mal nach heu­ti­ger Kauf­kraft.

Ich weiß, dass es gar nicht so ein­fach ist, diese Frage zu beant­wor­ten. Ins­be­son­dere junge Kun­den haben damit oft Schwie­rig­kei­ten. Notie­ren Sie sich ein­fach, wel­che Aus­ga­ben Sie heute haben und wel­che davon wäh­rend der Ren­ten­be­zugs­dauer blei­ben wer­den. Man­che fal­len weg, z.B. die Kos­ten für die Alters­vor­sorge oder auch Ver­si­che­rungs­kos­ten wie etwa für eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. Andere Kos­ten wer­den wahr­schein­lich hin­zu­kom­men. Sie wer­den viel­leicht öfters ver­rei­sen wol­len, Sie haben dann auch mehr Zeit für Ihre Hob­bies und lei­der stei­gen auch die Gesund­heits­kos­ten.

Wo möchte ich mei­nen Ruhe­stand ver­brin­gen?

Um die rich­tige Alters­vor­sorge zu fin­den, ist es auch wich­tig zu wis­sen wohin das Geld spä­ter flie­ßen soll. Ich habe viele Kun­den, die heute schon den Wunsch haben, spä­ter im Aus­land zu leben. Je nach­dem, in wel­chem Land das sein wird, muss das in der spä­te­ren Pro­dukt­aus­wahl mit­be­rück­sich­tigt wer­den.

Ich emp­fehle mei­nen Kun­den häu­fig, sich für die Beant­wor­tung der Fra­gen Zeit zu neh­men und sich in die ent­spre­chende Stim­mung zu ver­set­zen. Die Pla­nung der pri­va­ten Alters­ver­sor­gung muss nicht lang­wei­lig und tro­cken sein, sie kann auch Spaß machen. Stel­len Sie sich vor Ihrem geis­ti­gen Auge vor, wie ein opti­ma­ler Ruhe­stand aus­se­hen sollte. Was wer­den Sie dann tun, wo befin­den Sie sich? Gehen Sie moti­viert an das Thema pri­vate Rente dran, es lohnt sich.

Tipp 2: Machen Sie eine Alters­vor­sorge Ver­trags­in­ven­tur

Haben Sie bereits Alters­vor­sorge Fonds oder eine Alters­vor­sorge Ver­si­che­rung? Wenn ja, dann suchen Sie sich die aktu­el­len Wert­mit­tei­lun­gen raus. Bei Ver­si­che­run­gen erhal­ten Sie diese meist ein­mal im Jahr, Depot­aus­züge kön­nen Sie in der Regel jeder­zeit auch online ein­se­hen. Auch die Ren­ten­in­for­ma­tion der gesetz­li­chen Rente erhal­ten Sie ein­mal im Jahr und gehört natür­lich mit in die Inven­tur.

Beispiel einer jährlichen Renteninformation

Bei­spiel einer jähr­li­chen Ren­ten­in­for­ma­tion

Die Kunst bei der Bera­tung zur Alters­vor­sorge ist es, die Zah­len aus den Wert­mit­tei­lun­gen so genau und rea­lis­tisch wie mög­lich hoch­zu­rech­nen. Es reicht nicht aus, sich nur auf die Zah­len aus der Hoch­rech­nung des Ver­si­che­rers zu ver­las­sen. Eine klas­si­sche – also nicht fonds­ge­bun­dene – Ren­ten­ver­si­che­rung wird mit hoher Wahr­schein­lich­keit keine 6 % pro Jahr an Wert­zu­wachs erzie­len, auch wenn die Ver­si­che­rung bei der mög­li­chen Rente genau diese Zahl ver­wen­det. Und bei der gesetz­li­chen Rente ist es natür­lich auch frag­lich, wie lange man seriös mit jähr­li­chen Ren­ten­stei­ge­run­gen rech­nen sollte. An die­ser Stelle kann ich nur emp­feh­len, dass Sie sich eine pro­fes­sio­nelle Bera­tung zur Alters­vor­sorge gön­nen soll­ten.

Berück­sich­ti­gen Sie auch, dass Ren­ten und Ein­mal­aus­zah­lun­gen bei Fäl­lig­keit ver­steu­ert wer­den müs­sen. Man­che Ren­ten wer­den voll ver­steu­ert (zum Bei­spiel die gesetz­li­che Rente sowie die Ries­ter Rente), andere nur zum Teil (so zum Bei­spiel die pri­vate Rente). Auch Kran­ken­kas­sen­bei­träge wer­den zum Teil fäl­lig, zum Bei­spiel bei der betrieb­li­chen Alters­vor­sorge und der gesetz­li­chen Rente.

Tipp 3: Machen Sie einen Schich­ten­ver­gleich – Ries­ter Rente, Rürup Rente, betrieb­lich oder doch pri­vate Rente?

Aus den vori­gen Tipps wis­sen Sie nun…

  • wie­viel Rente Sie spä­ter ein­mal haben möch­ten,
  • wo Sie Ihren Ruhe­stand ver­brin­gen möch­ten
  • und – ganz wich­tig – Sie haben errech­net, wie­viel Ihnen noch zum Ziel fehlt.

Sprich: Sie ken­nen Ihre vor­aus­sicht­lich Ren­ten­lü­cke.

Herz­li­chen Glück­wunsch, damit sind Sie schon deut­lich wei­ter als die meis­ten unter Ihnen!

Für einen Pro­dukt­ab­schluss ist es aber immer noch zu früh. Jetzt ist näm­lich der Zeit­punkt gekom­men, zu prü­fen, wel­che Alters­vor­sor­ge­form sich wirk­lich für Sie rech­net. Und zwar nur für Sie. Es geht also nicht darum, was der Nach­bar, die Freun­din oder der Kol­lege rät. Jetzt kommt es alleine dar­auf an, was der Schich­ten­ver­gleich für Ergeb­nisse lie­fert.

Defi­ni­tion der drei Schich­ten bei der Alters­vor­sorge

Das deut­sche Ren­ten­sys­tem basiert auf dem 3-Schich­ten Modell.

  1. Die erste Schicht bil­det die soge­nannte Basis­ver­sor­gung ab. Hierzu zäh­len gesetz­li­che Ren­ten sowie die Basis­rente (auch Rürup Rente genannt).
  2. In der zwei­ten Schicht fin­den sich die Ries­ter Rente sowie betrieb­li­che Alters­vor­sor­gen, zum Bei­spiel die Direkt­ver­si­che­rung.
  3. Die dritte Schicht wie­derum setzt sich aus den Kapi­tal­an­la­ge­pro­duk­ten zusam­men. Dazu zäh­len zum Bei­spiel Fonds­spar­pläne oder aber auch fonds­ge­bun­dene Ren­ten­ver­si­che­run­gen mit Kapi­tal­wahl­recht.

Im Schich­ten­ver­gleich wer­den Ihr per­sön­li­cher Steu­er­satz, die Art der Kran­ken­ver­si­che­rung (gesetz­lich oder pri­vat) sowie die bereits bestehen­den Ren­ten­an­wart­schaf­ten berück­sich­tigt.

Im Ergeb­nis zeigt Ihnen der Ver­gleich, was sich heute und wäh­rend der Ren­ten­phase am bes­ten für Sie rech­net. Also ob es die Ries­ter Rente ist, die Rürup Rente, die betrieb­li­che Alters­vor­sorge oder doch eher die pri­vate Rente.

Mit ein­fa­chen Wor­ten aus­ge­drückt: Sie kön­nen anhand des Ver­gleichs genau erken­nen, bei wel­cher Art von Alters­vor­sorge Sie heute die höchste För­de­rung erhal­ten und bei wel­cher Sie spä­ter (also in der Ren­ten­be­zugs­phase) am wenigs­ten wie­der davon zurück­zah­len müs­sen (in Form von Steu­ern und / oder Bei­trä­gen zur Kran­ken­ver­si­che­rung).

Drei Schichten bei der Altersvorsorge

Quelle: Soft­ware „Finanz­pla­ner pro­fes­sio­nal“

Anhand der Gra­fik sehen Sie die Berech­nun­gen für eine mei­ner Kun­din­nen. Sie kön­nen deut­lich erken­nen, dass sie in ihrem indi­vi­du­el­len Fall mit einer Rürup Rente den größt­mög­li­chen Nut­zen erzielt. Mit einem Net­to­auf­wand (nach Steu­ern) von 100 Euro pro Monat kann sie im Schnitt tat­säch­li­che 190,63 Euro ein­zah­len und erhält eine Rente nach Steu­ern von 339,04 Euro.

Die betrieb­li­che Direkt­ver­si­che­rung bil­det bei ihr das Schluss­licht: Und das obwohl die För­de­rung durch Steuer- und Sozi­al­ver­si­che­rungs­er­spar­nis wäh­rend der Ein­zah­lungs­phase am höchs­ten unter allen Durch­füh­rungs­we­gen ist.

Tipp 4: Ren­dite, Ren­dite, Ren­dite

Was bei der Immo­bi­lie gemein­hin die Lage ist, das ist bei der Alters­vor­sorge die Ren­dite.

Die beste Alters­vor­sorge erzie­len Sie aber nur, wenn Ihre Bei­träge so gewinn­brin­gend ange­legt wer­den, dass die Infla­tion nicht Ihre Zusatz­rente ver­nich­tet.

Wel­che enor­men Aus­wir­kun­gen die Ren­dite auf Ihre Alters­vor­sorge hat, zeige ich anhand des nach­fol­gen­den Bei­spiels. Als ich die­sen Arti­kel geschrie­ben habe, lag der „beste“ Zins für Tages­geld­pro­dukte bei 0,2 % p.a.:

Zinsen auf Tagesgeldprodukte

Quelle: Check 24 Tages­geld­ver­gleich vom 24.09.2019

Ange­nom­men, Sie wür­den jeden Monat 100 Euro in eine sol­che Geld­an­lage inves­tie­ren, dann läge Ihr Gewinn nach 10 Jah­ren bei 121,70 Euro.
Nach 15 Jah­ren wären es 273,97 Euro. Und nach 25 Jah­ren 764,45 Euro.

Pri­vate Alters­vor­sorge wird dadurch zu einem Ver­lust­ge­schäft. Denn wenn Sie jetzt auch noch eine durch­schnitt­li­che Infla­ti­ons­rate von 1,5 % pro Jahr berück­sich­ti­gen, dann hät­ten Sie in die­sen Bespie­len nach 10 Jah­ren 757,93 Euro ver­lo­ren.
Nach 15 Jah­ren wären es 1.665,06 Euro. Und nach 25 Jah­ren hät­ten sie sage und schreibe 4.426,52 Euro ver­lo­ren.

Sie sehen, der Zin­ses­zins­ef­fekt kann sich auch in die andere – nicht gewünschte – Rich­tung ent­wi­ckeln.

Natür­lich kön­nen Sie jetzt ent­geg­nen: Die Zin­sen sind momen­tan nied­rig, aber das wird sich doch wie­der ändern.

Ja, das stimmt. Aber wann wird das sein? Der­zeit spricht nicht soviel dafür, dass sich die Zin­sen nen­nens­wert nach oben ent­wi­ckeln wer­den. Zu laut wird der­zeit über das Thema Nega­tiv­zin­sen dis­ku­tiert. Das bis­her Undenk­bare wird also zuneh­mend auch für den Pri­vat­an­le­ger zur bit­te­ren Rea­li­tät.

Pri­vate Ren­ten­vor­sorge im Ver­gleich

Ich gehe jetzt mal nicht davon aus, dass Sie Ihre Alters­vor­sorge mit Hilfe eines Tages­geld­kon­tos auf­bauen möch­ten. Viel­leicht haben Sie ja statt­des­sen vor, eine Zusatz­rente durch den Abschluss einer klas­si­schen Ren­ten­ver­si­che­rung zu gene­rie­ren.

Schauen wir uns hierzu fol­gen­des Bei­spiel an:

Unser Mus­ter­kunde ist am 29.11.1976 gebo­ren. Er möchte mit 67 in den Ruhe­stand wech­seln und hierzu monat­lich 100 Euro in eine klas­si­sche pri­vate Ren­ten­ver­si­che­rung inves­tie­ren.

Private Rentenvorsorge im Vergleich

Quelle: Mor­gen und Mor­gen Tarif­ver­gleichs­rech­ner, Ver­gleich vom 25.09.2019

Spit­zen­rei­ter in die­sem Bei­spiel ist der Direkt­ver­si­che­rer „Europa“. Die garan­tierte Ablauf­leis­tung beträgt 31.329 Euro. Bezo­gen auf die ein­ge­zahlte Summe von 30.000 Euro ergibt das eine jähr­li­che Ren­dite von 0,34 %.

Die mög­li­che Ablauf­leis­tung ist deut­lich höher, näm­lich 44.151 Euro. Um dahin zu gelan­gen, müss­ten sich die in der Ver­si­che­rung ent­hal­te­nen Anla­gen jähr­lich um 2,95 % nach oben ent­wi­ckeln. Im der­zei­ti­gen Zins­um­feld halte ich das für abso­lut unrea­lis­tisch.

Im Alters­vor­sorge Ver­gleich hin­ken klas­si­sche Pro­dukte (damit sind Ver­si­che­run­gen ohne Fonds gemeint) mitt­ler­weile deut­lich hin­ter­her.

Alters­vor­sorge mit Fonds schnei­det im Ver­gleich deut­lich bes­ser ab

Ein Blick auf his­to­risch erzielte Ren­di­ten zeigt ganz klar und deut­lich: Aktien hat­ten stets die Nase vorn, trotz aller bis­her statt­ge­fun­de­nen Finanz­kri­sen.

Altersvorsorge mit Fonds

Wenn Sie sich eher zu den sicher­heits­ori­en­tier­ten Spa­rern zäh­len, die das Risiko scheuen, dann müs­sen Sie eine Ent­schei­dung tref­fen:

Möch­ten Sie bei Ihren zukünf­ti­gen Geld­an­la­gen und Vor­sor­ge­ver­trä­gen unter kei­nen Umstän­den auf eine Garan­tie ver­zich­ten? Wenn ja, dann wer­den Sie am Ende der Lauf­zeit garan­tiert weni­ger haben als heute. Das ist lei­der die trau­rige Wahr­heit.

Wenn Sie statt­des­sen in sach­wert­ori­en­tierte Anla­gen (also zum Bei­spiel in Aktien-ETFs oder Immo­bi­li­en­fonds) inves­tie­ren, wer­den Sie dadurch nicht zwangs­läu­fig zum „Zocker“. Es gibt immer einen Mit­tel­weg. Wich­tig ist, dass Sie für sich einen opti­ma­len Ren­dite-Risiko-Mix fin­den. Gut gestreute Anla­gen sind immer noch der beste Garant dafür, dass Sie die beste pri­vate Alters­vor­sorge bekom­men. Und gerade bei Ver­si­che­rungs­pro­duk­ten zur Alters­vor­sorge gibt es mitt­ler­weile viele Lösun­gen, mit denen Sie das Risiko sehr gut redu­zie­ren kön­nen. Ablauf­ma­nage­ment und dyna­mi­sche Garan­tie-Erhö­hun­gen sind nur zwei Bei­spiele. Nähe­res hierzu fin­den Sie auch in mei­nem Blog­bei­trag Fonds­spar­plan vs. Fonds­po­lice.

Tipp 5: Ver­glei­chen Sie die Alters­vor­sorge Mög­lich­kei­ten – es lohnt sich

Egal ob Auto, Reise oder Han­dy­ta­rif. Die meis­ten Men­schen ver­glei­chen Preise. Zu groß ist bei vie­len von uns die Angst, zu viel für etwas zu bezah­len.

Selbst­re­dend ist, dass Sie auch bei der pri­va­ten Alters­vor­sorge den Ver­gleich nicht scheuen dür­fen. Hier ist er sogar extrem wich­tig. Denn für die beste Alters­vor­sorge gibt es nicht unend­lich viele Chan­cen – und je älter Sie sind, desto weni­ger Feh­ler sind erlaubt.

Sie haben inzwi­schen die ers­ten 4 Tipps ver­in­ner­licht:

  • Sie wis­sen, wie der­zeit Ihr Sta­tus Quo ist und wie­viel Rente Sie spä­ter tat­säch­lich benö­ti­gen.
  • Außer­dem haben Sie fak­ten­ba­siert ermit­telt, wel­cher Durch­füh­rungs­weg für Sie der rich­tige ist. Viel­leicht ist es die betrieb­li­che Alters­vor­sorge, die Basis­rente oder doch eher die pri­vate Rente. Dar­über hin­aus ist Ihnen bewusst: Ren­dite ist nicht alles, aber ohne Ren­dite ist alles nichts.

Jetzt geht es also nur noch darum, das rich­tige Pro­dukt zu fin­den.

So funk­tio­niert der Alters­vor­sorge Ver­gleich

Der Markt für Finanz­pro­dukte ist rie­sig und auch auf den zwei­ten Blick nur schwer über­schau­bar. Erfreu­lich ist, dass die Trans­pa­renz in den letz­ten Jah­ren immer wei­ter zuge­nom­men hat. Ban­ken, Ver­si­che­rer und Fonds­ge­sell­schaf­ten müs­sen genau auf­zei­gen, wel­che Kos­ten beim Abschluss und bei der Ver­wal­tung ihrer Ver­träge ent­ste­hen. Mit Tarif­ver­gleichs­rech­nern kann ich heut­zu­tage alle Para­me­ter eines Ver­si­che­rungs­ta­rifs (Kos­ten, Ren­di­te­wahr­schein­lich­keit, Ren­ten­fak­to­ren, etc.) bewer­ten.

Übri­gens: Die Ver­gleichs­rech­ner im Inter­net kön­nen das nicht. Diese die­nen ledig­lich dazu, Anfra­gen zu gene­rie­ren.

Bei all der genann­ten Trans­pa­renz und den vie­len Mög­lich­kei­ten des Ver­gleichs müs­sen Sie natür­lich fest­le­gen, was Sie über­haupt ver­glei­chen wol­len. Es gibt bis­her kei­nen pri­vate Alters­vor­sorge Rech­ner, der Ihnen nach Ein­gabe von ein paar Daten sagt: Das ist die beste Ren­ten­ver­si­che­rung.

Aus mei­ner Sicht muss ein Ver­gleich auf ver­schie­de­nen Ebe­nen erfol­gen, also unter­schied­li­che Berech­nungs­pa­ra­me­ter ein­be­zie­hen. Kos­ten müs­sen immer im Fokus des Ver­gleichs ste­hen, aber nied­rige Kos­ten sind auch nicht alles:

Tarifvergleich fondsgebundene Basisrente

Quelle: Mor­gen und Mor­gen Tarif­ver­gleich fonds­ge­bun­dene Basis­rente vom 25.09.2019

Sie kön­nen hier gut erken­nen, dass die Europa Ver­si­che­rung beim Punkt Effek­tiv­kos­ten auf Platz 1 ist.

Heißt das jetzt, dass die Europa der beste Ver­si­che­rer für Basis­ren­ten ist?
Ich würde das jeden­falls nicht behaup­ten. Denn neben den Kos­ten müs­sen wir auch noch andere Fak­to­ren berück­sich­ti­gen. Wich­tig ist zum Bei­spiel, wie die erfor­der­li­che Ren­dite zu Stande kom­men soll. Ein Blick auf die Fonds­aus­wahl des Ver­si­che­rers zeigt: Es ste­hen der­zeit 24 Fonds zur Aus­wahl. Von der Anzahl her kann das aus­rei­chend sein. Aller­dings ist kein ein­zi­ger kos­ten­güns­ti­ger Index­fonds (ETFs) dabei. Das ist schade, denn einer der Haupt­kos­ten­trei­ber in fonds­ge­bun­den Ver­si­che­run­gen sind nun mal die Fonds­kos­ten. Aber warum ist die Europa dann trotz­dem auf Platz 1, trotz hin­ter­leg­tem gema­nag­ten Fonds? Nun für den Tarif­ver­gleichs­rech­ner gibt die Europa den UBS Money Mar­ket Funds an (einer der 24 zur Aus­wahl ste­hen­den Fonds). Der wird gema­nagt, kos­tet fast keine Gebüh­ren und hat Stand 25.09.2019 eine Jah­res­wert­ent­wick­lung von Minus 0,45 % erzielt. Aus Kos­ten­ge­sichts­punk­ten her­aus eine sinn­volle Fonds­aus­wahl. Aus Ren­di­teas­pek­ten ist das wohl nicht sinn­voll: Denn Ren­di­ten von 4 % oder gar 6 % wer­den Sie mit einem Geld­markt­fonds nicht erzie­len. Sie sehen also, die Betrach­tung der Kos­ten allein ist nicht alles.

Ich emp­fehle Ihnen daher noch wei­tere Punkte im Ver­gleich zu berück­sich­ti­gen. Bei Ver­si­che­run­gen sind das zum Bei­spiel diese hier:

  • Finanz­stärke der Ver­si­che­rung
  • Anzahl der ver­füg­ba­ren Fonds (mehr als 20 soll­ten es schon sein)
  • Kön­nen Sie mit der Fonds­aus­wahl Ihre bevor­zug­ten Anla­ge­the­men abde­cken?
  • Wie oft sind Fonds­wech­sel pro Jahr kos­ten­frei mög­lich? Das ist immer dann ein wich­ti­ges Kri­te­rium, wenn Sie Ihre Alters­vor­sorge eher aktiv gestal­ten möch­ten.
  • Höhe der Ren­ten­fak­to­ren, also: Wie hoch fällt die mög­li­che Rente pro 10.000 Euro ange­spar­tem Kapi­tal aus (beson­ders wich­tig bei Rürup Rente und bei Ries­ter Rente)
  • Bei klas­si­schen Ren­ten­ver­si­che­run­gen soll­ten Sie sich in jedem Fall den Ver­lauf der Über­schuss­be­tei­li­gung der letz­ten Jahre anschauen. Diese wird ein­mal im Jahr von Ver­si­che­rern ver­öf­fent­licht.
  • Schauen Sie auch auf die Zusatz­op­tio­nen an, die Ihnen eine Ver­si­che­rung bie­ten kann:
    • Wich­tig bei fonds­ge­bun­de­nen Ver­si­che­run­gen finde ich ein Ablauf­ma­nage­ment. Das ist eine Art Sicher­heits­bau­stein. Er beinhal­tet, dass zum Bei­spiel 5 Jahre vor Ren­ten­be­ginn aus ris­kan­te­ren Anla­gen (Aktien-Fonds) suk­zes­sive in sichere Anla­gen wie etwa Geld­markt­fonds umge­schich­tet wird

Sollte es eher in Rich­tung Fonds­spa­ren gehen, ach­ten sie unter ande­rem auf fol­gende Punkte:

  • Höhe der Depot­ge­büh­ren
  • Höhe der Ankaufspe­sen bei Fonds (Aus­ga­be­auf­schläge)
  • Ist die Fonds­aus­wahl ein­ge­schränkt oder kön­nen Sie auf alle Invest­ments zurück­grei­fen?

Die Liste ließe sich bestimmt noch fort­set­zen. Wich­tig ist – wie schon gesagt -, dass Sie nicht ein­di­men­sio­nal an die Sache her­an­ge­hen, son­dern bei der Pro­dukt­aus­wahl die vie­len genann­ten Punkte berück­sich­ti­gen.

Tipp 6: Dran blei­ben…

Die Pla­nung und Durch­füh­rung der pri­va­ten Alters­vor­sorge ist kein sta­ti­scher, son­dern ein dyna­mi­scher Pro­zess. Es pas­sie­ren so viele Dinge im Lauf unse­res Lebens – Job­wech­sel, Schei­dung, Krank­heit, Gehalts­er­hö­hun­gen etc. – und alle haben einen Ein­fluss auf unsere spä­tere Rente.

Des­halb müs­sen Sie dran blei­ben und Ihre Alters­vor­sorge in regel­mä­ßi­gen Abstän­den über­prü­fen (las­sen). Ich zum Bei­spiel biete mei­nen Kun­den ein jähr­li­ches Update-Gespräch an. Hier wer­den dann Ver­än­de­run­gen, die mei­nen Kun­den betref­fen, erfasst und die dar­aus resul­tie­ren­den Aus­wir­kun­gen bespro­chen.

Eine Hei­rat oder die Geburt eines Kin­des zum Bei­spiel hat oft erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die spä­tere Rente. Bei Kin­dern gibt es staat­li­che Zula­gen, sofern der Kunde „ries­tert“. Falls er es bis­her nicht getan hat, gilt es nun zu prü­fen, ob sich ein Ries­ter Rente Abschluss rech­net.

Bei Gehalts­er­hö­hun­gen steigt oft auch der Ren­ten­be­darf. Des­halb sollte bei bestehen­den Ver­trä­gen immer wie­der über­prüft wer­den, ob der Bedarf damit noch gedeckt ist.

Bei fonds­ge­bun­den Ver­si­che­run­gen macht es Sinn, auch die Zusam­men­set­zung der Fonds fort­lau­fend zu kon­trol­lie­ren. Das muss nicht unbe­dingt jedes Jahr gesche­hen, aber gerade bei sehr star­ken Markt­ver­än­de­run­gen (Bör­sen­crash, etc.) kann ein Wech­sel der Anlage sinn­voll sein.

Fazit

Wie der Bei­trag auf­ge­zeigt hat, ist pri­vate Alters­vor­sorge kein immer leich­tes Unter­fan­gen. Und wenn es sogar die beste Alters­vor­sorge wer­den soll, dann soll­ten Sie struk­tu­riert vor­ge­hen. Ganz wich­tig ist mir, Ihnen den Grund­satz zu ver­mit­teln: Vor dem Abschluss kommt die Pla­nung. Las­sen Sie sich aus­rei­chend Zeit dabei.

Es würde mich freuen, wenn Ihnen die 6 Tipps zur Alters­vor­sorge wei­ter­hel­fen wer­den und Sie dabei unter­stüt­zen, Ihre beste Alters­vor­sorge auf­zu­bauen.

Hat Ihnen der Bei­trag gefal­len? Wur­den Ihre Fra­gen voll­stän­dig beant­wor­tet?

Dann tei­len Sie den Bei­trag gerne mit Ihren Bekann­ten, Freun­den und Kol­le­gen!

Sind Fra­gen offen geblie­ben? Haben Sie eine andere Mei­nung zum Thema Alters­vor­sorge?

Dann hin­ter­las­sen Sie gerne unten einen Kom­men­tar!

Sie wün­schen sich eine indi­vi­du­elle Bera­tung, Alters­vor­sorge Berech­nung oder einen pro­fes­sio­nel­len Schich­ten­ver­gleich?

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