Ries­tern wie ein Profi – So wird die Ries­ter Rente sinn­voll

Ein­lei­tung

Über kaum eine andere Form der Alters­vor­sorge wird so kon­tro­vers und teil­weise hef­tig dis­ku­tiert wie über die Ries­ter Rente:

Wäh­rend die Befür­wor­ter sie als sinn­volle Ergän­zung zur gesetz­li­chen Rente sehen, ist sie für andere schlicht­weg zu teuer, zu inef­fek­tiv und büro­kra­tisch.

Meine Mei­nung hierzu ist: Beide Lager haben Recht! Die Ries­ter Rente ist sinn­voll und wich­tig, aber Sie kön­nen bei Ries­ter auch unglaub­lich viel falsch machen. Das fängt schon damit an, dass der erfor­der­li­che Min­dest­bei­trag nicht kor­rekt ermit­telt wird, um die volle Höhe der staat­li­chen Zula­gen zu erhal­ten. Wie Sie bei den Ries­ter Rente Min­dest­bei­trag kor­rekt berech­nen, erfah­ren Sie in Kapi­tel 4.

Sehr wich­tig ist natür­lich auch die Aus­wahl des rich­ti­gen Tarifs. Das gilt grund­sätz­lich bei der Wahl der geeig­ne­ten Alters­vor­sorge, aber für Ries­ter umso mehr: Denn es han­delt sich hier­bei um ein soge­nann­tes Garan­tie­pro­dukt, was ich wei­ter unten im Arti­kel noch erläu­tere. Sol­che Garan­tien kos­ten ihren Preis und da ist es im der­zei­ti­gen Markt­um­feld beson­ders schwie­rig, aus­rei­chend hohe Ren­di­ten zu erzie­len. Beim Ries­ter Ver­gleich muss also genau geschaut wer­den, wie die Bei­träge inves­tiert wer­den und wo die Wahr­schein­lich­keit für aus­rei­chend hohe Ren­di­ten am Ende am Höchs­ten ist.

Des­halb ist die Ries­ter Rente sinn­voll

Ries­ter Grund­zu­lage, Ries­ter Kin­der­zu­lage und Ries­ter Steu­er­vor­teil – jeder, der ein sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Ein­kom­men erhält, kann grund­sätz­lich ries­tern und in den Genuss der genann­ten Vor­teile kom­men. Je nach Aus­gangs­lage (Anzahl Kin­der, Brut­to­jah­res­ein­kom­men, zu ver­steu­ern­des Jah­res­ein­kom­men) sind För­der­quo­ten von über 50 % mög­lich. Oder anders aus­ge­drückt: Wenn Sie 100 Euro in einen Ries­ter­ver­trag ein­zah­len, erhal­ten Sie 50 Euro zurück – ent­we­der als Steu­er­vor­teil direkt aufs Konto oder aber als staat­li­che Zulage, die in Ihren Ver­tag ein­ge­zahlt wird. In den meis­ten Fäl­len han­delt es sich um eine Kom­bi­na­tion aus Bei­dem.

Höhe der Ries­ter Zula­gen (2019):

Grund­zu­lage:                  175 Euro pro Jahr
Kin­der­zu­lage:                  300 Euro pro Jahr und Kind, zahl­bar längs­tens bis zum 25. Lebens­jahr

Ries­ter Steu­er­vor­teil:

Bei­träge zur Ries­ter Rente kön­nen von der Steuer abge­setzt wer­den. Die Höhe des Steu­er­vor­teils hängt vom per­sön­li­chen Steu­er­satz ab.

Fle­xi­bi­li­tät:

Obwohl sie von vie­len als zu büro­kra­tisch gese­hen wird – die Ries­ter Rente ist fle­xi­bler als man im ers­ten Moment viel­leicht denkt: Bei­träge kön­nen jeder­zeit (immer zum nächs­ten Monat) nach oben wie nach unten ange­passt wer­den. Sogar Son­der­zah­lun­gen kön­nen Sie leis­ten, bei­spiels­weise um für Ihre Ries­ter Rente den Min­dest­bei­trag zu erzie­len.

Auch eine Kün­di­gung der Ries­ter Rente ist mög­lich, aller­dings nicht immer emp­feh­lens­wert. Denn dann müs­sen Sie Zula­gen und Steu­er­vor­teile even­tu­ell zurück­zah­len. Oft ist daher eine Bei­trags­frei­stel­lung der Ries­ter Rente der bes­sere Weg.

Die häu­figs­ten Ries­ter Rente Kri­tik­punkte

Obwohl es seit der Ein­füh­rung der Ries­ter Rente im Jahr 2002 mitt­ler­weile ca. 16,5 Mil­lio­nen Ries­ter­ver­träge gibt und man auf­grund die­ser Zah­len eigent­lich von einem Erfolgs­mo­dell spre­chen müsste, zählt sie gefühlt zu den unbe­lieb­tes­ten Ren­ten­pro­duk­ten am Markt. Man­che Kri­tik­punkte kann ich bestä­ti­gen. Viele aber lösen sich nach einem Rea­li­tät­scheck wie­der auf.

Ries­ter muss näm­lich ganz indi­vi­du­ell betrach­tet wer­den: Bei man­chen Kun­den passt es ein­fach nicht, da sind dann Vari­an­ten wie Rürup oder eine Vor­sorge der drit­ten Schicht, also pri­vate Ren­ten-und Spar­ver­träge, viel bes­ser geeig­net. Dann gibt es aber in mei­ner täg­li­chen Bera­tungs­pra­xis auch Men­schen, bei denen wäre es schon fast „unter­las­sene Hil­fe­leis­tung“, wenn ich bei die­sen kei­nen Ries­ter­ver­trag emp­feh­len würde.

Aber schauen wir uns die Kri­tik­punkte der Reihe nach an:

Zu hohe Kos­ten:

Ja es ist rich­tig: Viele Ries­ter­ver­träge sind ein­fach teuer. Wobei das nicht nur auf Ries­ter­ver­träge zutrifft, son­dern auch auf andere Finanz­pro­dukte.

Um Kos­ten von Finanz­pro­duk­ten trans­pa­rent zu machen, gibt es seit eini­gen Jah­ren die Effek­tiv­kos­ten­quote. Diese ist ein pro­zen­tua­ler Wert, der die Höhe der Ren­dite­min­de­rung durch Kos­ten angibt. Die teu­erste Ries­ter Ver­si­che­rung liegt der­zeit bei einer Kos­ten­quote von mehr als 3 % pro Jahr. In ein­fa­chen Wor­ten aus­ge­drückt bedeu­tet das: Wenn Sie ein Ries­ter Ange­bot vor­lie­gen haben, wel­ches mit 3 % Wert­ent­wick­lung hoch­ge­rech­net wird, dann muss Ihr Ver­trag jedes Jahr im Schnitt 6 % erwirt­schaf­ten, damit Sie nach Kos­ten 3 % gut­ge­schrie­ben bekom­men. Ich halte das gerade bei Ries­ter für unrea­lis­tisch.

Güns­tige Ries­ter­ver­si­che­rungs­ver­träge gibt es aller­dings auch schon mit einer Effek­tiv­kos­ten­quote von ca. 1 %. Das klingt dann schon ganz anders und zeigt auf, wie wich­tig ein Ries­ter Rente Ver­gleich ist.

Natür­lich muss man wis­sen, wie sich die Effek­tiv­kos­ten­quote zusam­men­setzt: Hier sind tat­säch­lich alle Kos­ten ent­hal­ten, näm­lich einer­seits die Kos­ten der Ver­si­che­rung selbst als auch ande­rer­seits die Kos­ten der hin­ter­leg­ten Fonds (sofern es sich um eine fonds­ge­bun­dene Ries­ter Ver­si­che­rung han­delt). Wenn Sie also einen Ries­ter­ver­trag mit einer sehr hohen Kos­ten­quote besit­zen, dann schauen Sie zuerst, ob even­tu­ell ein Fonds­wech­sel inner­halb der Police Sinn macht. Der Wech­sel von einem aktiv gema­nag­ten Fonds in einen ETF (= ein nicht gema­nag­ter Fonds, der die Wert­ent­wick­lung eines Akti­en­in­dex abbil­det, zum Bei­spiel des Dax30) macht da schnell mal 1,5 % bis 2 % Kos­ten­un­ter­schied aus.

Alter­na­tiv kön­nen Sie natür­lich auch ein ande­res Ries­ter Pro­dukt wäh­len, bei­spiels­weise einen Ries­ter Fonds­spar­plan. Hier ver­hält es sich mit der Kos­ten­be­las­tung etwas anders:

Oft sehen diese Pro­dukte in der län­ge­ren Betrach­tung zunächst güns­ti­ger aus. Woran liegt das? Bei einem Fonds­spar­plan fal­len keine Ver­si­che­rungs­kos­ten an, son­dern ledig­lich Ver­wal­tungs­kos­ten des Fonds und oft auch Aus­ga­be­auf­schläge für den Kauf des Invest­ments.

Aller­dings ist das nur die halbe Miete, denn am Ende der Lauf­zeit wird ein Teil des ange­spar­ten Gut­ha­bens in eine Ver­si­che­rung umge­wan­delt. Das ist zwin­gend not­wen­dig, weil Ries­ter eine lebens­lange Ren­ten­zah­lung garan­tie­ren muss. Bezieht man also die Ver­ren­tungs­phase in die Kos­ten­be­trach­tung mit ein, sind Ries­ter Spar­pläne meis­tens teu­rer als Ver­si­che­rungs­pro­dukte.

Geringe Ren­dite:

Ries­ter Pro­dukte, egal ob als Ries­ter Ver­si­che­rung, Ries­ter Bau­spa­ren oder als Bank-oder Fonds­spar­plan sind immer mit einer Garan­tie ver­se­hen. Das bedeu­tet, dass min­des­tens alle selbst­ein­ge­zahl­ten Bei­träge sowie die erhal­te­nen Zula­gen zum Ren­ten­be­ginn wie­der aus­ge­zahlt wer­den müs­sen. Und das was eigent­lich erst­mal posi­tiv klingt, ist das eigent­li­che Pro­blem an der Ries­ter Rente. Denn Garan­tien sind teuer! Sie kos­ten näm­lich ganz viel Chance auf Ren­dite. Trotz­dem halte ich Ries­ter für ein sinn­vol­les Instru­ment zur Alters­vor­sorge und widme mich in Kapi­tel 5 dem Thema, wie Sie auch mit Ries­ter ansehn­li­che Ergeb­nisse erzie­len kön­nen.

Zu nied­rige Ver­ren­tung:

Ganz häu­fig kommt auch der Ein­wand, man müsse ja 100 Jahre und älter wer­den, damit sich Ries­ter über­haupt lohne. Lei­der wurde und wird die­ses Argu­ment durch die öffent­li­chen Medien auch immer wei­ter befeu­ert, obwohl es schlicht­weg nicht stimmt. Wenn man näm­lich kor­rekt rech­net, also sowohl die För­de­rung in der Anspar­phase als auch die mög­li­che Besteue­rung der Ries­ter Rente in der Aus­zahl­phase erfasst, dann kom­men durch­aus posi­tive Ergeb­nisse raus.

Im Schnitt ist der Break–Even, also der Zeit­punkt ab dem mehr raus­ge­kom­men ist als inves­tiert wurde, nach 14 Jah­ren erreicht. Das heißt: Nach 14 Jah­ren Ren­ten­be­zugs­dauer ist jede wei­tere Ren­ten­zah­lung Gewinn. Dies möchte ich am Bei­spiel einer Kun­din von mir kurz ver­deut­li­chen:

Die Kun­din ist 43 Jahre alt, ledig und ohne Kin­der. Ihre jähr­li­chen Brut­to­ein­künfte lie­gen bei ca. 105.000 Euro.

Schließt sie im Jahr 2019 einen Ries­ter­ver­trag ab, so zahlt Sie bis zu ihrem 67. Lebens­jahr über 48.000 Euro als Eigen­bei­trag ein. Zusätz­lich erhält Sie Zula­gen in Höhe von 4.200 Euro, die direkt in den Ver­trag ein­ge­zahlt wer­den. Ihr Ries­ter Steu­er­vor­teil beträgt ins­ge­samt fast 17.000 Euro.

Um jetzt den genauen Break-Even zu ermit­teln, benö­ti­gen wir noch fol­gende Para­me­ter:

  1. Ren­dite des Ries­ter­ver­trags in der Anspar­phase
  2. Ren­dite des Ries­ter­ver­trags in der Aus­zahl­phase
  3. Höhe des zu ver­steu­ern­den Ein­kom­mens in der Ren­ten­phase

Im Bei­spiel gehen wir mal von eher nied­ri­gen Ren­di­ten aus, näm­lich 2,5 % in der Anspar­phase sowie 0,9 % in der Aus­zahl­phase. An der Stelle sei gesagt, dass ich höhere Ren­di­ten für sehr rea­lis­tisch halte. Es kommt eben auf die Art des Ver­trags an. Aber dazu spä­ter mehr…

Riester Rente Auswertung

Quelle: Soft­ware „Finanz­pla­ner Pro­fes­sio­nal“

Riester Rente Berechnung

Quelle: Soft­ware „Finanz­pla­ner Pro­fes­sio­nal“

In die­sem Bei­spiel kön­nen wir also schon erken­nen, dass die Kun­din nach 13 Jah­ren und 11 Mona­ten den Break-Even erreicht hat. Auf­fäl­lig ist, dass sich Ries­ter trotz der recht hohen Besteue­rung im Ren­ten­al­ter noch lohnt.

Zu büro­kra­tisch:

Die­sen Kri­tik­punkt kann ich nur schwer nach­voll­zie­hen. Bei Ries­ter han­delt es sich um ein staat­lich geför­der­tes Pro­dukt. Das setzt nun mal vor­aus, dass beim Antrags­pro­zess sau­ber gear­bei­tet wird, alle Anga­ben rich­tig gemacht wer­den und dass dann auch jedes Jahr genau ein­mal die per­sön­li­chen Daten (Fami­li­en­stand, Anzahl der Kin­der oder Höhe des Ein­kom­mens) über­prüft wer­den soll­ten.

Die Ver­si­che­rer schrei­ben ihre Kun­den ein­mal im Jahr mit einer Wert­mit­tei­lung an. Darin ent­hal­ten ist auch ein Fra­ge­bo­gen, ob sich etwas an Ihren Daten ver­än­dert hat (Bei­spiel Ein­kom­men). Mehr Büro­kra­tie ist es aber dann auch nicht.

Wie Sie den Ries­ter Bei­trag berech­nen, dazu spä­ter mehr.

Mein Zwi­schen-Fazit:

Ries­ter ist kein Ren­di­te­brin­ger. Die meis­ten Men­schen wer­den es mit Ries­ter alleine daher nicht schaf­fen, ihre Ver­sor­gungs­lü­cke zu schlie­ßen. Dazu kommt ja auch noch, dass der Höchst­be­trag, der jähr­lich in einen Ries­ter­ver­trag flie­ßen kann, auf 2.100 Euro pro Jahr begrenzt ist. Gerade für Per­so­nen­grup­pen, die ober­halb der Bei­trags­be­mes­sungs­grenze ver­die­nen und dadurch einen signi­fi­kant höhe­ren Vor­sor­ge­be­darf haben, ist Ries­ter alleine nicht aus­rei­chend. Trotz­dem sollte geprüft wer­den, ob ein Ries­ter Ver­trag ergän­zend sinn­voll ist.

Das müs­sen Sie bei der Ries­ter Rente beach­ten

Keine Sorge, es ist gar nicht so viel beim Abschluss eines Ries­ter Ver­tra­ges zu beach­ten. Ich gehe im Fol­gen­den auf sol­che Fra­gen ein, die mir von Kun­den und Inter­es­sen­ten am häu­figs­ten gestellt wer­den.

a) Ries­ter Rente und Steuer

Wie wir schon gese­hen haben, kann die steu­er­li­che För­de­rung von Ries­ter Pro­duk­ten eini­ges aus­ma­chen. So kann sich die Kun­din im Bei­spiel oben über einen Steu­er­rück­fluss von fast 17.000 Euro freuen, vor­aus­ge­setzt sie zahlt bis zum Jahr 2043 immer den Höchst­be­trag ein und behält ihren der­zei­ti­gen Steu­er­satz.

Sie kön­nen bei Ries­ter maxi­mal 2.100 Euro Bei­träge p.a. als Son­der­aus­ga­ben abzie­hen. Über die Güns­ti­ger­prü­fung prüft das Finanz­amt auto­ma­tisch, ob die Zula­gen oder der Son­der­aus­ga­ben­ab­zug einen höhe­ren Vor­teil für Sie haben. Ist der Son­der­aus­ga­ben­ab­zug höher als die Zula­gen, erstat­tet das Finanz­amt die Dif­fe­renz.

Der Ries­ter Anbie­ter sen­det Ihnen hierzu ein­mal im Jahr eine Beschei­ni­gung über die gezahl­ten Bei­träge.

Wie auch bei allen ande­ren Ren­ten­ar­ten (zum Bei­spiel die gesetz­li­che Rente) müs­sen Sie Ries­ter in der Aus­zahl­phase mit Ihrem dann gül­ti­gen Steu­er­satz ver­steu­ern. Aus mei­ner Erfah­rung her­aus kann ich sagen, dass das aus zwei Grün­den kein Pro­blem dar­stellt:

  1. Bei den meis­ten Men­schen ist es nun mal so, dass sich die Ein­nah­men im Ren­ten­al­ter im Ver­gleich zur Erwerbs­zeit deut­lich redu­zie­ren. Damit sinkt dann auch der Steu­er­satz. Die­ses steu­er­li­che Gefälle soll­ten Sie also für sich nut­zen.
  2. Auch der Zin­ses­zins­ef­fekt spielt hier eine wich­tige Rolle. Wie schon in mei­nem Bei­trag zur Fonds­po­lice vs. Fonds­spar­plan beschrie­ben, soll­ten Sie den Steu­er­vor­teil wie­der reinves­tie­ren. Dadurch erzie­len Sie bei allen geför­der­ten Pro­duk­ten, also auch bei Rürup oder der betrieb­li­chen Alters­vor­sorge, den größ­ten Effekt.

b) Ries­ter Zulage – So ein­fach berech­nen Sie Ihren Vor­teil!

Zunächst ein­mal soll­ten Sie natür­lich prü­fen, ob Sie über­haupt unmit­tel­bar zula­gen­be­rech­tigt sind. Das sind Sie näm­lich nur dann, wenn Sie zu fol­gen­dem Per­so­nen­kreis gehö­ren:

  • Grund­sätz­lich alle Arbeit­neh­mer. Dazu zäh­len auch Aus­zu­bil­dende und Men­schen, die einen ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Mini­job aus­üben.
  • Beamte
  • Selb­stän­dige nur mit­tel­bar, es sei denn Sie zah­len Pflicht­bei­träge in die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung ein
  • Auch Bezie­her von Arbeits­lo­sen­geld I und II dür­fen ries­tern

Nur mit­tel­bar zula­gen­be­rech­tigt sind:

  • Per­so­nen, die in ein Ver­sor­gungs­werk ein­zah­len (zum Bei­spiel Ärzte)
  • Nicht erwerbs­tä­tige Per­so­nen

Soll­ten Sie zur Gruppe der mit­tel­bar Zula­ge­be­rech­tig­ten gehö­ren, kön­nen Sie über einen soge­nann­ten Zula­gen­ver­trag mit­tel­bar über Ihren Ehe­part­ner ries­tern.

Sind Sie unmit­tel­bar zula­gen­be­rech­tigt, kön­nen Sie sich über fol­gende Zula­gen­hö­hen freuen:

  • Ries­ter Grund­zu­lage (2019): 175 Euro pro Jahr
  • Ries­ter Kin­der­zu­lage (2019): 300 Euro für jedes Kind, das nach 2008 gebo­ren wurde und 185 Euro für jedes Kind, das vor 2008 gebo­ren wurde. Die Zah­lung der Kin­der­zu­lage erlischt mit Been­di­gung des Kin­der­geld­an­spruchs.

Damit Sie die volle Zula­gen­höhe erhal­ten, müs­sen Sie zunächst den Ries­ter Bei­trag berech­nen. Die For­mel lau­tet:

Höhe der jähr­li­chen Brut­to­ein­nah­men (gede­ckelt auf maxi­mal 52.500 Euro) x 0,04 = Höhe des erfor­der­li­chen Jah­res­bei­trags. Davon abge­zo­gen wer­den die Zula­gen.

Das ist dann der not­wen­dige Jah­res­bei­trag, um die volle Zula­gen­höhe zu erhal­ten. Sollte die­ser erfor­der­li­che Jah­res­bei­trag nied­ri­ger sein als 1.925 Euro, kann es den­noch sinn­voll sein bis zur vol­len Höhe ein­zu­zah­len. Näm­lich immer dann, wenn sich neben den Zula­gen auch noch eine steu­er­li­che För­de­rung ergibt.

So „ries­tern“ Pro­fis

Wie in allen ande­ren Berei­chen auch, unter­schei­det den Profi, dass er etwas bes­ser macht als die meis­ten ande­ren. Das kann er ent­we­der auf­grund eige­nen Fach­wis­sens und eige­ner Erfah­rung oder aber weil er einen guten Coach (Bera­ter) an sei­ner Seite hat, der ihn mit wert­vol­len Tipps & Hin­wei­sen ver­sorgt.

Für Ries­ter gilt, was auch für alle ande­ren Spar­for­men gilt: Die Ren­dite muss stim­men!

Aber wie erzielt man Ren­dite, wenn es sich bei Ries­ter doch um ein Garan­tie­pro­dukt han­delt? Zuge­ge­ben, das ist gar nicht so ein­fach.

Schauen wir uns zunächst mal einen Ries­ter Rente Ver­gleich an. Als Pro­dukt­vor­gabe wäh­len wir eine klas­si­sche Ries­ter Ver­si­che­rung ohne Fonds. Die Inter­es­sen­tin ist am 29.11.1984 gebo­ren und möchte 31 Jahre lang den Maxi­mal­bei­trag von 2.100 Euro pro Jahr ein­zah­len.

Riester Rente Vergleich

Quelle: Soft­ware „Mor­gen und Mor­gen“

Das höchst­mög­li­che Kapi­tal würde in die­sem Bei­spiel die Alli­anz mit dem Tarif „Per­spek­tive“ erzie­len, näm­lich 104.673 Euro. Jetzt muss man natür­lich wis­sen, dass bei der Hoch­rech­nung die der­zei­ti­gen Über­schuss­sätze her­an­ge­zo­gen wer­den. Die lie­gen bei der Alli­anz (und damit gehört sie immer noch zu den Spit­zen­rei­tern) bei ca. 3 % pro Jahr. Die Frage ist jedoch: Wie lange kann ein Ver­si­che­rer das – vor dem Hin­ter­grund des Nied­rig­zins­um­felds – noch auf­recht­erhal­ten?

Las­sen Sie sich also von einem Tarif­ver­gleichs­rech­ner nicht täu­schen. Die Alli­anz rech­net hier mit einem Zins­satz von 2,8 % pro Jahr nach Abzug aller Kos­ten. Das ist aus mei­ner Sicht abso­lut unrea­lis­tisch.

Warum ich das so sehe möchte ich Ihnen gerne anhand der fol­gen­den Gra­fik ver­an­schau­li­chen:

Entwicklung Rendite Schuldverschreibung

Quelle: Soft­ware „Finanz­pla­ner Pro­fes­sio­nal“

Die Ren­di­ten deut­scher Staats­an­lei­hen, die ja einen wesent­li­chen Teil des Siche­rungs­ver­mö­gens einer deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung aus­ma­chen, sind kon­ti­nu­ier­lich gesun­ken.

Wenn Sie sich jetzt ver­ge­gen­wär­ti­gen, dass ein Groß­teil Ihrer Bei­träge in genau sol­che Papiere inves­tiert wird, dann wird klar: Die Ren­di­teaus­sich­ten für die Zukunft sehen nicht allzu rosig aus.

Um den Spa­gat zwi­schen Bei­trags­er­hal­tungs­ga­ran­tie auf der einen Seite und ange­mes­se­ner Ver­zin­sung auf der ande­ren Seite zu schaf­fen, gibt es inzwi­schen zahl­rei­che Ver­si­che­rungs­ta­rife, bei denen ein Teil des Spar­bei­trags in Fonds inves­tiert wer­den kann.

Hier gilt es wie­der 2 Arten zu unter­schei­den:

  • 2 Topf Hybride
    • Hier wird der Bei­trag auf­ge­teilt und ein Teil ins Siche­rungs­ver­mö­gen und der andere Teil in einen gema­nag­ten oder nicht gema­nag­ten Fonds inves­tiert.
  • 3 Topf Hybride
    • Auch hier erfolgt eine Auf­tei­lung des Bei­trags. Der erste Teil geht wie­der ins Siche­rungs­ver­mö­gen. Der zweite Teil geht in einen akti­en­ba­sier­ten Fonds, bei dem 80% der Bei­träge abge­si­chert wer­den. Der dritte und letzte Bei­trags­teil wird in die freie Fonds­an­lage inves­tiert.

3 Topf Hybride sind beson­ders span­nend, denn die gesetz­lich vor­ge­schrie­bene Garan­tie wird über Siche­rungs­ver­mö­gen UND Garan­tie­fonds sicher­ge­stellt. Und die Per­for­mance die­ser Fonds lässt sich durch­aus sehen.

Bei­spiel 1: DWS Garant 80 Dyna­mic

DWS Garant 80 Dynamic

Quelle: Soft­ware „FVBS Fund­s­ana­ly­zer“

Bei­spiel 2: DWS Garant 80 ETF Port­fo­lio

DWS Garant 80 ETF Portfolio

Quelle: Soft­ware „FVBS Fund­s­ana­ly­zer“

Ins­be­son­dere beim DWS Garant 80 Dyna­mic kann man gut sehen, dass posi­tive Kurs­auf­schwünge mit­ge­nom­men wer­den.

Ent­schei­dend ist natür­lich die pro­zen­tuale Auf­tei­lung des Bei­trags. Opti­mal wäre es natür­lich, wenn mög­lichst viel in Topf 3 ginge, also den Teil der frei aus­zu­wäh­len­den Anla­gen. Dies ist jedoch lei­der nicht mög­lich. Viel­mehr bestimmt der Ver­si­che­rer die Auf­tei­lung. Hier hat der Kunde keine Ein­fluss­mög­lich­keit. Die Auf­tei­lung erfolgt dyna­misch: Es wird immer soviel in die ers­ten bei­den Töpfe gelei­tet, dass die Garan­tie zum Ende der Lauf­zeit sicher­ge­stellt wer­den kann.

Um Ihnen bes­ser zu ver­deut­li­chen, wie eine Auf­tei­lung bei einem tat­säch­lich exis­tie­ren­den Ver­trag aus­se­hen kann, habe ich Ihnen einen Aus­zug einer Wert­mit­tei­lung eines Kun­den bei­gefügt:

Wertmitteilung Beispiel

Es han­delt sich um den Per­for­mance Safe Tarif der Stutt­gar­ter Ver­si­che­rung. Der freie Fonds ist ein ETF auf den MSCI World. Die Ver­si­che­rung wurde 2016 abge­schlos­sen.

Bemer­kens­wert ist, dass fast die Hälfte des Ver­trags­gut­ha­bens im Wert­si­che­rungs­fonds steckt. Das werte ich als durch­aus posi­tiv. Ich bin mir sicher, dass die Wert­ent­wick­lungs­aus­sich­ten hier deut­lich bes­ser sind als im Siche­rungs­ver­mö­gen. Schade ist, dass rela­tiv wenig in die freie Fonds­aus­wahl geflos­sen ist.

Fazit

Was das kon­krete Bei­spiel im letz­ten Kapi­tel anbe­langt, kann ich sagen: Der Ver­trag ist noch rela­tiv jung und es bleibt abzu­war­ten, wie sich die Auf­tei­lung in den nächs­ten Jah­ren ver­än­dern wird. Grund­sätz­lich kann ich aber sagen, dass mit sol­chen Ries­ter­ver­trä­gen ansehn­li­che Ren­di­ten mög­lich sind.

Selbst wenn im Zwei­fel nur wenig vom Bei­trag in die freie Fonds­aus­wahl geht, so soll­ten Sie trotz­dem stets dar­auf ach­ten, dass Ihr Ver­si­che­rer Ihnen eine gute Palette an Fonds zur Ver­fü­gung stellt. Diese sollte in jedem Fall auch die gän­gi­gen ETFs beinhal­ten. Gerade beim Thema Kos­ten einer Ries­ter Ver­si­che­rung kön­nen Sie damit noch­mal posi­tiv ent­ge­gen­wir­ken.

In regel­mä­ßi­gen Abstän­den ist es zudem rat­sam, die Zusam­men­set­zung zu über­prü­fen. Bei der freien Fonds­aus­wahl würde ich zur­zeit eher auf Aktien Fonds set­zen. Und es gibt inzwi­schen einige Ver­si­che­rer, bei denen Sie auch den Garan­tie­fonds mehr­mals im Jahr kos­ten­frei wech­seln kön­nen.

Hat Ihnen der Bei­trag gefal­len? Wur­den Ihre Fra­gen voll­stän­dig beant­wor­tet?

Dann tei­len Sie den Bei­trag gerne mit Ihren Bekann­ten, Freun­den und Kol­le­gen!

Sind Fra­gen offen geblie­ben? Haben Sie eine andere Mei­nung zum Thema Ries­ter Rente?

Dann hin­ter­las­sen Sie gerne unten einen Kom­men­tar!

Sie wün­schen sich eine indi­vi­du­elle Bera­tung, Bestands­ana­lyse oder Modell­be­rech­nung für Ihre Ries­ter Vor­sorge?

Jetzt kos­ten­lose Erst­be­ra­tung sichern!